Die hier dokumentierte Initiative wurde 2014 gestartet. Die Petition wurde 2015 eingereicht; der auf openPetition dokumentierte Dialog wurde 2018 abgeschlossen. Die Informationen werden zur Dokumentation der Aktivitäten der Nachwuchsgruppe beibehalten.
Einsatz für angemessene Nachwuchsstellen#
Unser offener Brief Wissenschaft als Beruf: Für bessere Beschäftigungsbedingungen und planbare Perspektiven wurde von 13.873 Unterstützerinnen und Unterstützern als Online-Petition gezeichnet. Überregionale Tages- und Wochenzeitungen wie die TAZ und DIE ZEIT sowie die Bayerische Staatszeitung berichteten über unsere Initiative.
Wir standen daraufhin im Dialog mit verschiedenen beratenden Institutionen und politischen Entscheidungsträgern und versuchten, konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses einzubringen bzw. zu unterstützen. Die Debatte wurde zudem in einem Plenum zur Nachwuchsförderung und Karriereplanung auf dem DVPW-Kongress am 22. September 2015 an der Universität Duisburg-Essen fortgesetzt. Dort wurden Studienergebnisse zur Situation des (politik-)wissenschaftlichen Nachwuchses sowie grundsätzliche politische und lokale Reformansätze diskutiert.
Die Petition wurde anschließend an hochschulpolitische Entscheidungsträger in Bund und Ländern, Wissenschaftsorganisationen und verschiedene Medien versandt. Die Rückmeldungen aus Bundes- und Landespolitik sowie Fach- und Wissenschaftsvereinigungen fielen unterschiedlich aus, signalisierten aber vielfach eine geteilte Problemwahrnehmung und Interesse an einem weiteren Austausch über Reformansätze. Von der damaligen Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka und der Hochschulrektorenkonferenz ging keine Antwort ein.
Am 30. September 2015 wurde die Petition offiziell als eingereicht dokumentiert. Am 12. Oktober 2018 wurde der Dialog auf openPetition als abgeschlossen gekennzeichnet, nachdem innerhalb der vorangegangenen zwölf Monate keine weiteren Neuigkeiten veröffentlicht und keine Statusänderungen vorgenommen worden waren. Die Petition ist damit abgeschlossen; insgesamt wurden 13.873 Unterschriften gesammelt.
Die Nachwuchsgruppe brachte bereits im Rahmen des DVPW Kongresses in Münster 2006 eine Beschlussvorlage zur Debatte um angemessene Nachwuchsstellen in der deutschen Politikwissenschaft ein. Diese wurde von der Mitgliederversammlung der DVPW am 27. September 2006 angenommen.
Vorstand und Beirat der DVPW verabschiedeten eine Stellungnahme zur Thematik am 15. Februar 2008 und ergänzten diese am 23. Oktober 2010 um drei weitere Punkte.
Für die Belange des wissenschaftlichen Nachwuchses setzt sich deutschlandweit auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ein, die seit September 2010 mit dem sogenannten Templiner Manifest für eine Reform von Personalstruktur und Berufswegen an deutschen Hochschulen wirbt. Aus dem Templiner Manifest ging der Herrschinger Kodex „Gute Arbeit in der Wissenschaft“ hervor.
Eine Initiative wissenschaftlicher MitarbeiterInnen aus dem Bereich der Soziologie konnte mit ihrem offenen Brief „Für gute Arbeit in der Wissenschaft“ an die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) konkrete Reformbeschlüsse der DGS erreichen.
Basierend auf einer Umfrage über die IB-Liste hat Stephan Engelkamp, Uni Münster, eine Übersicht über Betreuungsleistungen von wissenschaftlichen MitarbeiterInnen bei Abschlußarbeiten an unterschiedlichen deutschen Universitäten zusammengestellt.
Unseren offenen Brief Wissenschaft als Beruf: Für bessere Beschäftigungsbedingungen und planbare Perspektiven vom 1. Dezember 2014 haben 13.873 Unterstützerinnen und Unterstützer als Online-Petition gezeichnet.
Die beachtliche, disziplinen- und statusübergreifende Unterstützung für unsere Petition half dabei, politischen Handlungsdruck aufzubauen und Zugang zu politischen Entscheidungsträgern zu bekommen.
Offener Brief#
Die problematische berufliche Lage von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in Deutschland ist seit geraumer Zeit Thema politischer Diskussionen.
Wir fordern dazu auf, die Einhaltung geltender Standards für gute Beschäftigungsbedingungen konsequent sicherzustellen, darüber hinaus bestehende und kurzfristig herstellbare Möglichkeiten bei der mitarbeiterfreundlichen Ausgestaltung von Beschäftigungsverhältnissen auszuschöpfen und langfristig auf (landes- und bundes-) politischer, universitärer und Institutsebene für eine grundlegende Verbesserung von Beschäftigungsverhältnissen durch die Schaffung attraktiver, verlässlicher und familienfreundlicher Karriereperspektiven Sorge zu tragen. Dafür ist neben der Schaffung zusätzlicher Professuren und der Einführung von Entfristungsregelungen auch die verstärkte Förderung von Karrierewegen jenseits der Professur in der Forschung, in der Lehre und im Wissenschaftsmanagement notwendig.
Hier sind neben der Politik auch die Hochschulen gefragt: Wir fordern Hochschulen und Forschungseinrichtungen dazu auf, sich auf der Basis des (aus dem Templiner Manifest hervorgegangenen) Herrschinger Kodex der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf stabile Beschäftigungsbedingungen und planbare Karrierewege für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verpflichten. In der Pflicht sehen wir auch Professorinnen und Professoren, die verantwortlich für die angemessene Ausschreibung und tatsächliche Ausgestaltung von Plan- und Drittmittelstellen sind.
Wir fordern politische Entscheidungsträger auf Länder- und Bundesebene, die Fachvereinigungen und die Leitung von Universitäten und Forschungseinrichtungen auf, gemeinsam mit den Betroffenen – u.a. Promovierenden, PostDocs, befristet angestellten wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Lehrkräften für besondere Aufgaben und Lehrbeauftragten – Lösungen zu finden. Eine dauerhafte und angemessene Repräsentanz von Vertreterinnen und Vertretern des wissenschaftlichen Nachwuchses in den Entscheidungsgremien von Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Fachvereinigungen und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist dafür unerlässlich, um sicherzustellen, dass nicht nur „über uns“, sondern vor allem „mit uns“ geredet und nach Wegen zur Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen gesucht wird. Im Dialog mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs müssen jetzt nachhaltige Veränderungen der Stellenstruktur sowie Regelungen für planbare Karriereperspektiven an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen entwickelt und dann auch umgesetzt werden. Es ist Zeit!
Dr. Andreas Kruck, Ludwig-Maximilians-Universität München (Sprecher der Nachwuchsgruppe der Sektion Internationale Politik der DVPW)
Dr. Gabi Schlag, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Sprecherin der Nachwuchsgruppe der Sektion Internationale Politik der DVPW)
Dr. Franziska Müller, Universität Kassel (Sprecherin der Nachwuchsgruppe der Sektion Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik der DVPW)
Elena Sondermann, Universität Duisburg-Essen (Sprecherin der Nachwuchsgruppe der Sektion Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik der DVPW)
Dr. Tobias Bach, Hertie School of Governance, Berlin (FoJuS-Sprecher, Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft der DVPW)
Martina McCowan, Ludwig-Maximilians-Universität München (FoJuS-Sprecherin, Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft der DVPW)
Stefan Thierse, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (FoJuS-Sprecher, Sektion Policy-Analyse und Verwaltungswissenschaft der DVPW)
Toralf Stark, Universität Duisburg-Essen (Sprecherrat der wissenschaftlichen Nachwuchswissenschaftler der Sektion Vergleichende Politikwissenschaft der DVPW)
Dr. Joscha Wullweber, Universität Kassel (Vorstand der Sektion (Sprecher des Arbeitskreises Internationale Politische Ökonomie der DVPW)
Antonia Graf, Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Vorstand der Sektion (Sprecherin des Arbeitskreises Internationale Politische Ökonomie der DVPW)
Eva Marlene Hausteiner, Humboldt-Universität zu Berlin (Sprecherin der Nachwuchsgruppe der Sektion Politische Theorie und Ideengeschichte der DVPW)
Dr. Evelyn Bytzek, Universität Koblenz-Landau (Sprecherin der Nachwuchsgruppe des Arbeitskreises Wahlen und politische Einstellungen der DVPW)
Prof. Dr. Carina Sprungk, Freie Universität Berlin (Mitglied im Vorstand der DVPW, AG Nachwuchs)
Prof. Dr. Susanne Pickel, Universität Duisburg-Essen (Mitglied im Vorstand der DVPW, AG Nachwuchs)
Dr. Thorsten Thiel, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (Mitglied im Beirat der DVPW, AG Nachwuchs)
Prof. Dr. Gabriele Abels, Eberhard Karls-Universität Tübingen (Vorsitzende der DVPW)